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Bio-Soja-Drinks: Zusatz von Lithothamnium unzulässig

2016-06-07 07:27

Das Ober­verwaltungs­gericht Nordrhein-Westfalen hat am 19. Mai 2015 entschieden, dass einem Soja-Drink kein gemahlenes Lithothamnium (kalziumhaltige Reste einer Seealge nach deren Absterben) zugesetzt werden darf, sofern es mit dem Bio-Siegel der EU vermarktet wird (Az 13 A 592/07)

Lithothamnium wird bei Getränken auf Soja-, Reis- und Getreidebasis oft zugesetzt, um den gegenüber Vollmilch relativ geringen Kalzium-Gehalt auszugleichen.

Nach Auffassung des Gereichts  verstößt der Zusatz von gemahlenem Lithothamnium gegen die derzeit gültigen EU-Verordnungen über die ökologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen Erzeugnissen. Es handele sich dabei nicht um den nach den EU-Verordnungen erlaubten Zusatz von Algen als unverarbeitete pflanzliche Erzeugnisse oder deren Verarbeitungsprodukte und auch nicht um Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs. Vielmehr würden Stoffe nichtlandwirtschaftlichen Ursprungs - nämlich Mineralstoffe - beigefügt. Die nach dem Absterben der Alge Lithothamnium verbleibenden Reste, seien vergleichbar mit fossilen Ablagerungen, wie sie z. B. in Gestalt der Kreidefelsen zu finden seien. Der Zusatz von Mineralstoffen sei aber in Bio-Produkten aus ernährungsphysiologischen Gründen nur dann zulässig, wenn er gesetzlich vorgeschrieben sei. Eine gesetzliche Vorschrift zur Kalziumergänzung von Soja-Getränken existiere jedoch nicht.

 

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